Appollo verdient sein Geld mit Malereien in Anlehnung an die Figur Dagobert Duck – einer zeitkritisch-ironischen Auseinandersetzung von Realität und Wunschdenken. Auf den ersten Blick ein Privileg, auf den zweiten ein hartes Stück Arbeit und meist brotlos.

Bis zur Türschwelle sind es zwei Meter. Heute ist er stehen geblieben, nicht wie sonst vorbeigelaufen. Die Malereien hat er auf seinem Handy dabei. Nur mit der Handykamera aufgenommen, mehr nicht. Nach wenigen Minuten fasst sich Appollo ein Herz und betritt die Kunsthandlung TH. Hülsmeier. Ein Glückstag, wie sich herausstellt. Die Mitarbeiterin Petra Schiprowski hat gute Laune und wimmelt den jungen Hobbykünstler nicht direkt wieder ab. Es ist der Anfang einer Kunstkarriere mit gerade mal 20 Jahren. Seitdem sind acht Jahre vergangen. Aus dem gelernten Wirtschaftsjuristen ist durch Zufall, wie er selbst immer wieder betont, ein etablierter Künstler geworden. Anstatt Handyfotos sind Acrylmalereien und Grafiken in die Kunsthandlung eingezogen. Nicht mehr zu vergleichen mit der Kunst von vor acht Jahren.

„Der Punkt of no return. Wir mussten uns entscheiden – auch, weil andere Händler und meine eigenen Investitionen davon abhingen“, erklärt Appollo seine Entscheidung aufs Ganze zu gehen. Schon deshalb arbeitet der Newcomer rigoros mit den hochwertigsten Materialien: das Wall Street Journal wird zum Bildhintergrund, 24 Karat Blattgold und echte amerikanische Dollarnoten finden in den Gemälden ihren Platz. „Das gibt dem Kunden am Ende ein viel wertigeres Bild“, davon ist der 28-Jährige überzeugt.

Als Quereinsteiger mit einer Berufsausbildung in der Hinterhand fühlt sich Appollo keinem hohen Risiko ausgesetzt. Eine Eigenheit, die ihn von vielen seiner KollegInnen unterscheidet. „Ein Haifischbecken“, so beschreibt Wolfgang Middelberg, Galerist der Kunsthandlung Hülsmeier, den Kunstmarkt. Auch die Zahlen sprechen für sich. Die Galerien sind zwar immer auf der Suche nach neuen KünstlerInnen, verteilen aber beim ersten Treffen „zu 90 Prozent Absagen“, so Middelberg. Die ehemalige Dozentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Meisterschülerin Imke Kügler spricht von einem Prozent der Studienabsolventen, die von ihrer eigenen Kunst leben können.

Der kommerzielle Markt unterscheidet sich grundlegend zur Museumskunst. Moderne, Objekt- und Skulpturkunst oder das ausnahmslos blaue Gemälde hängen nahezu nur an Museumswänden. Diese verlangen viel Interpretationsspielraum und Gesellschaftskritik, politische oder historische Bezüge, die in den Werken verarbeitet werden. Doch der Kunstmarkt muss gefallen. „Es ist ein Spagat zwischen Gefälligkeit, die man ins Wohnzimmer hängen kann, und bedeutsamen Werken“, fasst Middelberg zusammen und fügt an: „In diesem Spagat ist es Aufgabe der Künstler, etwas Neues zu erschaffen, keine Kopie“. Auf dem Land gebe es oft den Fehlgedanken, dass eine versierte Maltechnik gleichbedeutend mit dem Potenzial ist, eine erfolgreiche Kunstkarriere hinzulegen. Doch echte Kunst benötige eine Interpretationstiefe und müsse, laut Middelberg, vor allem eines: vermarktbar sein.

Schiprowski ist überzeugt: „Nicht die teuersten sind die besten Künstler“. Galerien sind Wirtschaftsunternehmen, die Kunstschaffenden sind UnternehmerInnen und ihr Erfolg von Vermarktung abhängig. Den Versand, das Management, die Räumlichkeiten und Ausstellungen stellen in vielen Fällen die Galerien für die KünstlerInnen bereit. Damit liegt eine hohe Hürde darin, eine Galerie zu finden, die die Newcomer ins Programm aufnimmt. Keine Selbstverständlichkeit für den Galeristen Olaf Jaeschke: „Wir stehen in der Verantwortung, uns für unsere Künstler zu engagieren.“ Jeder Newcomer ist eine Investition, mit der die Galerien ein Risiko eingingen. Neben des Talents zählt für Jaeschke besonders der Zugang zur KünstlerIn. Die Chemie muss stimmen. Immerhin kann Charisma ein starkes Verkaufsargument bei Vernissagen und Messen sein. Wenn neue KünstlerInnen es in die Räumlichkeiten der Braunschweiger Galerie schaffen, verpflichtet sich Jaeschke. In gewisser Weise sollte die GaleristIn die Rolle eines oder einer MentorIn einnehmen und die Newcomer in ihrer Idee und Qualität unterstützen.

Appollo verdient sein Geld mit Malereien in Anlehnung an die Figur Dagobert Duck – einer zeitkritisch-ironischen Auseinandersetzung von Realität und Wunschdenken. Auf den ersten Blick ein Privileg, auf den zweiten ein hartes Stück Arbeit und meist brotlos.

Bis zur Türschwelle sind es zwei Meter. Heute ist er stehen geblieben, nicht wie sonst vorbeigelaufen. Die Malereien hat er auf seinem Handy dabei. Nur mit der Handykamera aufgenommen, mehr nicht. Nach wenigen Minuten fasst sich Appollo ein Herz und betritt die Kunsthandlung TH. Hülsmeier. Ein Glückstag, wie sich herausstellt. Die Mitarbeiterin Petra Schiprowski hat gute Laune und wimmelt den jungen Hobbykünstler nicht direkt wieder ab. Es ist der Anfang einer Kunstkarriere mit gerade mal 20 Jahren. Seitdem sind acht Jahre vergangen. Aus dem gelernten Wirtschaftsjuristen ist durch Zufall, wie er selbst immer wieder betont, ein etablierter Künstler geworden. Anstatt Handyfotos sind Acrylmalereien und Grafiken in die Kunsthandlung eingezogen. Nicht mehr zu vergleichen mit der Kunst von vor acht Jahren.

„Der Punkt of no return. Wir mussten uns entscheiden – auch, weil andere Händler und meine eigenen Investitionen davon abhingen“, erklärt Appollo seine Entscheidung aufs Ganze zu gehen. Schon deshalb arbeitet der Newcomer rigoros mit den hochwertigsten Materialien: das Wall Street Journal wird zum Bildhintergrund, 24 Karat Blattgold und echte amerikanische Dollarnoten finden in den Gemälden ihren Platz. „Das gibt dem Kunden am Ende ein viel wertigeres Bild“, davon ist der 28-Jährige überzeugt.

Als Quereinsteiger mit einer Berufsausbildung in der Hinterhand fühlt sich Appollo keinem hohen Risiko ausgesetzt. Eine Eigenheit, die ihn von vielen seiner KollegInnen unterscheidet. „Ein Haifischbecken“, so beschreibt Wolfgang Middelberg, Galerist der Kunsthandlung Hülsmeier, den Kunstmarkt. Auch die Zahlen sprechen für sich. Die Galerien sind zwar immer auf der Suche nach neuen KünstlerInnen, verteilen aber beim ersten Treffen „zu 90 Prozent Absagen“, so Middelberg. Die ehemalige Dozentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Meisterschülerin Imke Kügler spricht von einem Prozent der Studienabsolventen, die von ihrer eigenen Kunst leben können.

Der kommerzielle Markt unterscheidet sich grundlegend zur Museumskunst. Moderne, Objekt- und Skulpturkunst oder das ausnahmslos blaue Gemälde hängen nahezu nur an Museumswänden. Diese verlangen viel Interpretationsspielraum und Gesellschaftskritik, politische oder historische Bezüge, die in den Werken verarbeitet werden. Doch der Kunstmarkt muss gefallen. „Es ist ein Spagat zwischen Gefälligkeit, die man ins Wohnzimmer hängen kann, und bedeutsamen Werken“, fasst Middelberg zusammen und fügt an: „In diesem Spagat ist es Aufgabe der Künstler, etwas Neues zu erschaffen, keine Kopie“. Auf dem Land gebe es oft den Fehlgedanken, dass eine versierte Maltechnik gleichbedeutend mit dem Potenzial ist, eine erfolgreiche Kunstkarriere hinzulegen. Doch echte Kunst benötige eine Interpretationstiefe und müsse, laut Middelberg, vor allem eines: vermarktbar sein.

Schiprowski ist überzeugt: „Nicht die teuersten sind die besten Künstler“. Galerien sind Wirtschaftsunternehmen, die Kunstschaffenden sind UnternehmerInnen und ihr Erfolg von Vermarktung abhängig. Den Versand, das Management, die Räumlichkeiten und Ausstellungen stellen in vielen Fällen die Galerien für die KünstlerInnen bereit. Damit liegt eine hohe Hürde darin, eine Galerie zu finden, die die Newcomer ins Programm aufnimmt. Keine Selbstverständlichkeit für den Galeristen Olaf Jaeschke: „Wir stehen in der Verantwortung, uns für unsere Künstler zu engagieren.“ Jeder Newcomer ist eine Investition, mit der die Galerien ein Risiko eingingen. Neben des Talents zählt für Jaeschke besonders der Zugang zur KünstlerIn. Die Chemie muss stimmen. Immerhin kann Charisma ein starkes Verkaufsargument bei Vernissagen und Messen sein. Wenn neue KünstlerInnen es in die Räumlichkeiten der Braunschweiger Galerie schaffen, verpflichtet sich Jaeschke. In gewisser Weise sollte die GaleristIn die Rolle eines oder einer MentorIn einnehmen und die Newcomer in ihrer Idee und Qualität unterstützen.

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