Otmar Alt

Otmar Alt


Der Maler, Grafiker, Designer und Bildhauer Otmar Alt ist am 17. Juli 1940 in Wernigerode geboren.
Er vertritt den Leitgedanken, Kunst, die man erklären muss, ist langweilig.
Otmar Alt’s oft farbenfrohe Bilder wirken vordergründig meist heiter verspielt. Bei näherer Betrachtung entfalten sich tiefgründige und komplexe Geschichten. Kennzeichnend für seinen Stil ist, dass die Werke von Otmar Alt aus puzzleartig zusammengesetzten Farbfeldern mit präzisen Umrisslinien bestehen. Otmar Alt verwendet meist reinbunte Farben, deren Leuchtkraft durch die Umrandung noch gesteigert wird. Tiere, v. a. Katzen, seltsame Wesen und die Zirkuswelt sind seine vorrangigen Themen.
1951 siedelte Otmar Alt mit seiner Mutter von Wernigerode dauerhaft nach West-Berlin um.
Seit seinem sechsten Lebensjahr erhielt Otmar Alt Klavier- und später Klarinettenunterricht. Die Begegnung mit der bildenden Kunst geschah eher beiläufig.
1956 begann Otmar Alt eine Lehre als Schaufenstergestalter und Plakatmaler. Die Gesellenprüfung im Jahre 1958 bestand er mit einer hervorragenden Endnote und wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Dabei entwickelte Otmar Alt den Wunsch, Modezeichner zu werden.
1959 begann Otmar Alt sein Studium an der Meisterschule für Kunsthandwerk Berlin. Dort wurden vor allem Ausstellungsbau, Schrift u. ä. unterrichtet. Wegen der zeitlich parallelen Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste versäumte Otmar Alt die Abschlussprüfung.
Sein Spiel in einer Jazzmusikergruppe professionalisierte sich und trug zum Lebensunterhalt bei. Die Gruppe nannte sich „Selfworkers“ – Otmar Alt spielte Klarinette und Saxophon.
1960 wurde Otmar Alt in die Vorklasse bei Walter Bergmann in der Abteilung für Angewandte Kunst aufgenommen. Otmar Alt nahm zusätzlich am Aktzeichnen bei Hermann Bachmann teil, wodurch ihm der Übertritt in die freien Klassen gelang. Otmar Alt schulte sich zunächst im Malen der Natur und orientierte sich gedanklich an abstrakter Malerei.
Zum Kennzeichen Otmar Alt’s werden Mitte der 1960er Jahre die, in ihren präzisen Umrisslinien und Farbfeldern fast an Drucke oder Pop-Art erinnernden „Puzzlebilder“. Spätestens ab den 1980er Jahren brechen die Formen und Konturen auf, die Farben verlieren ihre Deckungsfähigkeit und die unruhige Pinselschrift ruft Erinnerungen an die informellen Anfänge hervor. Über den Weg der Metamorphose nähert sich Otmar Alt dem Motiv des Menschen und beginnt, Fabeln von der „Seltsamkeit des Lebens“ zu erzählen.
Zwischen 1964 und 1966 war Otmar Alt Meisterschüler bei Hermann Bachmann. Der junge Künstler bezog mit Waldemar Grzimek ein Atelier in der Görrestraße, das zuvor dem Bildhauer Richard Scheibe gehört hatte. Eine große Zahl informeller Arbeiten entstand, viele davon ohne Titel. Etwa ab 1965 nahmen die Bilder figurative Züge an. Die Entwicklung des eigenen Stils begann.
Nach Abschluss seines Studiums als Meisterschüler bei Bachmann war Otmar Alt als Bühnenbildassistent in Trier und Frankfurt am Main tätig.
1991 erhielt Otmar Alt den Kulturpreis der deutschen Freimaurer. Im Juni 2005 erwies ihm seine Heimatstadt Wernigerode ihre Reverenz und verlieh ihm den Wernigeröder Kunstpreis. Otmar Alt schenkte seiner Geburtsstadt im Gegenzug eine ironische Plastik, die am Tag der Preisverleihung enthüllt wurde: einen Menschenkopf mit herausgestreckter Zunge – den Kunstschlecker.
2001 entwickelte Otmar Alt die Skulpturen für die Landesgartenschau in Oelde. Passend dazu hat er der Stadt Oelde Würfel gewidmet, die bis heute noch an der Autobahn A2 stehen, Ausfahrt Oelde.
2003 gestaltete Alt den ersten Buddy Bären, der im Frühjahr 2004 im Mittelpunkt einer großen Otmar Alt-Ausstellung im Kronprinzenpalais (Berlin) einem breiteren Publikum gezeigt werden konnte.

Otmar Alt lebt und arbeitet heute in der Nähe von Hamm, wo er sich in einem ehemaligen Bauernhaus eine geräumige Kunstwerkstatt eingerichtet hat. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Otmar-Alt-Stiftung, die 1996 von dem bekennenden Freimaurer gegründet wurde, um jungen Künstlern auf Basis von Stipendien Unterstützung zu bieten.